Im Gespräch mit Geschäftsführer Hans-Werner Maetzing

verfasst von Haus ANNA-Team

In unserer neuen Blog-Serie „Haus ANNA erzählt…“  möchten wir Ihnen die Menschen hinter Haus ANNA vorstellen und Mitarbeiter sowie Bewohner zu Wort kommen lassen, die einen besonderen Platz für ihre Lebensgeschichte erhalten. Den Auftakt macht Hans-Werner Maetzing, der im letzten Jahr als Geschäftsführer zurückgekehrt ist. Maetzing, dessen beruflicher Werdegang als diplomierter Maschinenbauingenieur begann, war 33 Jahre als Berufsoffizier in der Bundeswehr tätig. Nachdem er im Jahre 2005 in den Ruhestand gegangen war, führt er nebenbei freiberuflich ein Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz, wo er sich mit unterschiedlichen Projekten wie beispielsweise mit der Revision von Gaskraftwerken im In- und Ausland beschäftigte.

Vormittags in Haus ANNA. Hans-Werner Maetzing kann Corona ein entspanntes Lächeln entgegensetzen. Obwohl  sein gewohnt herzlicher Händedruck als Begrüßung in seinem Büro wegfallen muss, erleben wir im Interview einen gut gelaunten Geschäftsführer, der kleine Einblicke in seinen Arbeitsalltag gewährt und über seine Eindrücke in Haus ANNA spricht.

Dabei startet der 73-Jährige, der bereits auf viele Jahre Haus ANNA zurückblicken kann, ganz gewöhnlich in den Tag: „Wenn ich morgens in mein Büro komme, setze ich mich zunächst an meinen PC und lese meine E-Mails. Anschließend gehe ich in die Verwaltung und schaue, was alles ansteht. Nachdem ich die wichtigsten Mails beantwortet habe, starte ich meinen ersten Rundgang im Haus, um mit Bewohnern und Personal zu sprechen. Über den Tag hinweg arbeite ich dann meine Aufgaben ab. Gelegentlich mache ich nachmittags auch mal einen zweiten Rundgang.“

Herr Maetzing, der sich über das Freundliche und Zugewandte erfreut, betont, dass sein Hauptaugenmerk stets auf den Menschen liegt, die das Wichtigste für ihn sind. Genau deswegen gefalle ihm der Kontakt zu Menschen und der Umgang mit Personal und Bewohnern am meisten. „Zudem bemühe ich mich darum, dass es unserem Personal gut geht und unsere Bewohnerinnen und Bewohner ihre Ruhe bekommen“, fügt er hinzu.

Im Laufe der Zeit habe er erkannt, dass Einrichtungen wie unser Haus Sinn machen, weil wir in der Gesellschaft stark und individuell gefordert sind und unsere älterwerdende Gesellschaft mehr Begleitung und Pflege benötigt.

Ich habe eine große Hochachtung vor den Angehörigen, die die Corona-bedingten Regelungen respektieren.

Als Geschäftsführer muss sich Hans-Werner Maetzing jeden Tag neuen Herausforderungen stellen: „Unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit muss ich dafür sorgen, dass unser Haus belegt ist, erhalte aber durch unser engagiertes Personal sehr viel Unterstützung. Zudem ist der Umgang mit Bewohnerinnen und Bewohnern, die körperlich und geistig beeinträchtigt sind, eine Herausforderung, die sowohl eine ehrliche und respektvolle Zuwendung als auch einen liebevollen und verständnisvollen Umgang erfordert.“

Zusätzlich führte die Corona-Pandemie rasch dazu, dass alle Veranstaltungen abgesagt und auch die Besuchsregelungen drastisch angepasst werden mussten. „Ich musste mich den Einschränkungen stellen und mir klar machen, dass meine Ansichten nicht immer denen des Ministeriums für Gesundheit entsprechen müssen“, erläutert Maetzing auf die Fragen, inwiefern die Pandemie seinen Arbeitsalltag beeinflusst hat und fügt hinzu: „Zudem musste ich mir meiner Verantwortung für Personal, Bewohnerinnen und Bewohnern bewusst sein, sodass ich Maßnahmen ergreifen konnte, weil sie erforderlich waren. Ich habe eine große Hochachtung vor den Angehörigen, die unsere Regelungen respektieren und annehmen und bedanke mich für ihr Verständnis.“

Auf eine bemerkenswerte Art und Weise schafft es Hans-Werner Maetzing trotz Corona, seine gute Laune täglich beizubehalten. „Ich denke das liegt an meiner positiven Grundhaltung“, erklärt er. „Egal, was ich mir vornehme: Ich mache es mit Leidenschaft. Zudem bin ich von einem tiefen positiven Gefühl beseelt, denn wenn ich morgens neben meiner Frau aufwache, dann ist die Welt für mich in Ordnung. Was soll da noch schiefgehen? Mir ist außerdem bewusst, dass Dankbarkeit ein wunderbares Gefühl ist und ich erfreue mich an den kleinen Dingen. Mich berühren die vielen schönen, scheinbar bedeutungslosen Kleinigkeiten, weil sie für mich das Leben widerspiegeln.“

Die positive Lebenseinstellung, die Herr Maetzing von seiner Ehefrau übernommen hat, hat sich in diesen turbulenten Zeiten als besonders hilfreich erwiesen. Doch die schönste Lebensweisheit, die Herr Maetzing teilen möchte, umfasst eine Erkenntnis, die bis heute eine seiner treibenden Kräfte ist und ihm im positiven Sinne eine Gänsehaut bereitet: „Sorge dafür, dass es dir gut geht, denn du bist der einzige Mensch, der das kann. Das hat mir meine Ehefrau zu Beginn unserer Beziehung sehr eindringlich mit auf meinen Weg gegeben und ist für mich auch heute noch eine wesentliche Grundlage meines Handelns.“

Der Geschäftsführer lässt seine Erinnerungen der vergangenen Jahre noch einmal gemeinsam mit uns Revue passieren.

Als Hans-Werner Maetzing im Gespräch noch einmal auf seine Zeit in Haus ANNA blickt, ist ihm ein Augenblick  besonders in Erinnerung geblieben: Als er sich in Richtung Wintergarten begab, habe ihm eine Bewohnerin einfach eine Umarmung geschenkt – ohne ein einziges Wort zu sagen. „Diese Geste hat mich sehr berührt und mir ist noch einmal sehr bewusst geworden, wie sinnhaft unsere Arbeit doch ist und wie gesellschaftspolitisch und notwendig es ist, dass Menschen Betreuung haben und Unterstützung annehmen können.“

Mit einem Blick auf seine vielseitige Karriere und die Zeit im Haus ANNA zieht der Geschäftsführer eine abschließende Bilanz: „Ich würde nichts anders machen wollen, weil niemand sagen kann, wie mein Leben dann verlaufen wäre. Ich war immer an meinem Leben mit meinen eigenen Entscheidungen beteiligt und schätze auch die negativen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Denn Niederlagen sind nur Niederlagen, wenn man nicht aus ihnen lernt. Alles in allem bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden und freue mich am Ende des Tages immer über die kleinen und großen positiven Erlebnisse“.

Für die Zukunft von Haus ANNA wünscht sich Herr Maetzing, dass in diesem Haus weiterhin die Möglichkeit besteht, dass Menschen in Würde alt werden können und mit Respekt behandelt werden – begleitet von Personen, die sich mit Herz und Verstand um sie kümmern.

 

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