05.01.2021

An alle Angehörigen von Haus ANNA

verfasst von Haus ANNA-Team

Zusammenarbeit des sozialen Dienstes mit den Angehörigen unserer Bewohnerinnen und Bewohner

Liebe Angehörige,

zum Jahreswechsel ziehen wir alle auf unterschiedliche Weise ein Resümee des vergangenen Jahres. Wir alle haben mit Sicherheit ein Jahr mit vielen Herausforderungen hinter uns, die es auf verschiedenste Arten zu bewältigen galt. In diesem Jahr habe ich ein Resümee über unsere Zusammenarbeit gezogen. Nach 12 Jahren, die ich nun schon mit Haus ANNA zusammen bestreite, bin ich erstmalig zu einem weniger positiven Ergebnis gekommen.

Sicherlich ist es sehr emotional, wenn man plötzlich seine Angehörigen nicht mehr so treffen und sehen kann, wie man es möchte. Für Haus ANNA ist es ein riesiger Umschwung. Bisher waren wir ein offenes Haus ohne Besuchszeiten. Auch für uns war dieser Schritt emotional. Doch es ist unsere Aufgabe, unsere 46 Bewohner und einen Personalstamm von gut 70 Mitarbeitern und somit auch die dazugehörigen Familien möglichst gesund durch die Pandemie zu bringen. Bisher ist es uns mit gemeinsamer Kraftanstrengung und einem guten Teamgeist recht erfolgreich gelungen.

Nun ist es so, dass auch wir langsam alle merken, was wir in den vergangenen Wochen und Monaten geleistet haben. Wie viele Entbehrungen jeder einzelne aus dem Team auch in Hinsicht auf seine eigene Familie zum Wohle der Bewohner erbracht hat. Um es auf den Punkt zu bringen, auch uns geht die Puste aus und wir kommen an unser Limit. Alleine im sozialen Dienst sind drei Langzeiterkrankte zu verzeichnen. Alle Schichten werden intern aufgefangen, da es für den sozialen Dienst keine Zeitarbeitsfirma o.ä. gibt.

Es ist unser größtes Anliegen, die Bewohnerinnen und Bewohner alle psychosozial gut zu betreuen und durch diese Zeit zu begleiten. Aktuell bleibt uns aber kaum die Zeit dazu. Jeden Tag aufs Neue sind meine Kollegin Anna Rozanska und ich in der unglücklichen Lage, mit Ihnen Diskussionen über Wunsch-Termine zu Abstrichen und Besuchsterminen zu führen. Mit diesem Anschreiben an Sie möchte ich Ihnen nochmals in aller Deutlichkeit sagen, dass wir nicht die Corona-Schutzverordnung  aufstellen. Wir sind diejenigen, die sie ausführen müssen und dies auch mit dementen Menschen.

Ich möchte Ihnen transparent machen, dass wir kein zusätzliches Personal haben, welches die Besuche, Abstriche oder Ähnliches macht. All dies machen wir zusätzlich zu unserer „normalen“ Arbeit. Unsere Kollegen sind in der Grundpflege der Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt und führen trotzdem die Testungen durch, damit Sie Ihre Angehörigen besuchen können. Hierzu möchte ich Ihnen die Frage stellen: Möchten Sie, dass Ihre Angehörigen auf Essen, Duschen oder ein persönliches Gespräch warten, damit die Pflegefachkraft mal eben schnell den Abstrich machen kann?

Vielleicht verdeutliche ich Ihnen die Situation an einem sehr drastischen Beispiel:

Ich reanimiere mit zwei Kolleginnen eine Bewohnerin, leider erfolglos. Als ich danach das erste Mal ans Telefon gehe, erfolgt eine drastische Beschwerde, warum ich nicht ans Telefon gehe, schließlich hätten wir ja eh nur so kurze Telefonzeiten. Im Anschluss benötige ich eine Viertelstunde um die Angehörigen über den Tod der Bewohnerin zu informieren, weil die Leitung permanent durch Terminabsprachen belegt ist.

Kurz vor Weihnachten wird Haus ANNA vollständig unter Quarantäne gestellt. Der Grund hierin liegt meiner Ansicht nach darin, dass ein Besuch die sogenannten AHA-Regeln nicht eingehalten hat, wie nur allzu oft. Wir alle haben ein sehr stilles Weihnachtsfest in der Folge feiern dürfen.

Aus all diesen Gründen sehen wir uns nun erstmalig dazu gezwungen verbindliche Besuchszeiten, wie sie in vielen anderen Heimen üblich sind, aufzustellen. Es ist an der Zeit nicht nur an die Gesundheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner zu denken, sondern auch an die unserer Mitarbeiter. Wir wollen und können nicht noch mehr kranke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eigene Mehrarbeit ausgleichen. Es ist an der Zeit, dass wir mehr miteinander arbeiten und gemeinsam das Ziel verfolgen, dass wir alle gesund bleiben. Bitte denken Sie daran, nur wenn die Mitarbeiter mit einem Lächeln zur Arbeit kommen, können Sie Ihre Angehörigen mit einem Lächeln versorgen.

Die Besuchszeiten:

Montags bis Freitags          10:00 – 11:30 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr

Samstags und Sonntags    14:30 – 18:00 Uhr

Feiertage werden wie Sonntage behandelt.

Von täglichen Besuchen bitten wir Sie abzusehen, damit alle Bewohnerinnen und Bewohner Besuche erhalten können.

Es ist uns ein großes Anliegen, dass alle Besuche erhalten können!

Besuche können Sie telefonisch montags bis freitags in der Zeit von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr unter 0241 4704748 absprechen. Ansonsten bitten wir Sie darum, einen Termin per Email anzumelden unter sd@hausanna.info. Besuchstermine sind mindestens 24 Stunden im Voraus anzumelden, damit auch wir unseren Arbeitstag planen können.

Die verkürzten Telefonzeiten sind unserer eigentlichen Aufgabe, der Betreuung unserer Bewohnerinnen und Bewohner, geschuldet.

Grundsätzlich finden Besuche auf den Zimmern nur bei den Bewohnern statt, die nicht mehr mobilisiert werden können. Alle anderen Besuche finden in dem Besucherblockhaus im Hof statt. Die Besuche in den Zimmern werden aufgrund der letzten Ereignisse nur noch nach vorherigem (negativem) Schnelltest ermöglicht. Ein Besuch darf nur mit Angehörigen eines Haushaltes, dass heißt Personen die in einem Haus/Wohnung leben, stattfinden.

Bei den Besuchen tragen Sie eine FFP2-Maske ohne Ventil, einen Schutzkittel sowie Handschuhe. Es ist Ihnen nicht gestattet sich allein in der Einrichtung zu bewegen. Aufgrund der letzten Ereignisse wird ein Mitarbeiter aus dem sozialen Dienst bei den Besuchen in der Nähe sein und darauf achten, dass die AHA-Regeln eingehalten werden. Werden die sogenannten AHA-Regeln nicht eingehalten, bspw. der Mindestabstand nicht, so wird der Besuch von unserer Seite beendet. Eine erneute Terminvergabe erfolgt dann erst in Rücksprache mit der Heimleitung.

Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit, mit Ihren Angehörigen zu Skypen oder via Facetime zu sprechen. Wir unterstützen Sie gerne dabei!

Von Herzen möchte ich Sie darum bitten, die Besuchszeiten und Regeln ohne Diskussionen anzunehmen.

Die dadurch gewonnene Zeit möchten wir den Bewohnerinnen und Bewohnern widmen, die keine Angehörigen haben. Diese Bewohnerinnen und Bewohner haben viel Rücksicht auf Ihre Besuche genommen und so nur allzu oft sehr wenig Einzelbetreuung erhalten. Ich finde, es ist an der Zeit auch ihnen mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken!

Auf eine empathische und gute gegenseitige Zusammenarbeit!

Besten Gruß

i.A. Anne Jouck

 

 

Aktuelle Nachrichten aus unserem Blog

 

Neue Ausgangsregelung ab Samstag, 25. September 2021

Neue Ausgangsregelung ab Samstag, 25. September 2021

Information für unsere Bewohnerinnen und Bewohner Ab Samstag, den 25. September 2021 gelten folgende Regelungen für das Verlassen des Hauses: Bewohnerinnen und Bewohner, die bisher das Haus alleine verlassen konnten, dürfen das auch weiterhin unter folgenden Auflagen:...

Testanweisung für Besucher und Dienstleister

Testanweisung für Besucher und Dienstleister

Aachen, 25. September 2021 Aufgrund der Änderungen im Rahmen der Corona Schutzverordnung* wird folgender Testablauf für Besucher und Dienstleister im Haus ANNA festgelegt und ist gültig ab sofort bis auf Widerruf: 1. Besucher und Dienstleister, die durchgeimpft sind,...